Roboterjournalismus bei APA, StZ und news.de

Roboterjournalismus-Panel, die hybride Redaktion als Zukunftsmodell. Foto Cihan Sügür

Die Medientage München zählten 2019 rund 7000 Besucher und fast 400 Speaker. Unter dem Eindruck des Halle-Attentats, dem Fall Relotius und vielen weiteren Fragen über die Entwicklung in der Medienwelt gab es 100 Panels. Eines davon moderiert von Richard Gutjahr über den aktuellen Stand des Roboterjournalismus.

Beitragsbild: Roboterjournalismus-Panel, die hybride Redaktion als Zukunftsmodell. Foto Cihan Sügür

Das Panel wurde eröffnet von Neil Thurman, LMU München. Er gab in seinem Vortrag einen Überblick über Tools, die im Journalismus zur Automatisierung genutzt werden können und ordnete diese Tools für die Zuschauer ein. Ein breiter Überblick, der für mich einige neue Lösungen zeigte.

Aus dem Vortrag von Neil Thurman, LMU München

Im anschließenden Panel saßen: Katharina Schill, APA, Wien, Corina Lingscheidt, News.de, Leipzig, Jan-Georg Plavec, Stuttgarter Zeitung, Stuttgart (StZ) und ich (Saim Alkan, AX Semantics, Stuttgart).

Zum Einstieg wollte Richard Gutjahr wissen, wie weit die Automatisierung von Tageszeitungen ist. Ich sagte ihm, dass meine 5 Jahre alte Aussage eingetroffen ist. Technisch sind 70% der Tageszeitungsinhalte automatisierbar. Allerdings gibt es eine große Zurückhaltung der Tageszeitungen, die Technologie einzusetzen. Dabei gibt es für den Einsatz von Roboterjournalismus sehr erfolgreiche Beispiele.

Jonas Kahl twitterte zur Eingangsfrage im Roboterjournalismus-Panel der #mtm19

Jan-Georg Plavec von der StZ beispielsweise verwies auf den European Newspaper Award und den Konrad-Adenauer-Preis für Lokaljournalismus, den die Stuttgarter Zeitung 2018 mit dem automatisierten Feinstaubradar gewann.

Katharina Schill von der APA erläuterte das ereignisreiche Wahljahr in Österreich und wie sie mit AX Semantics die Wahlberichterstattung mit Wahlergebnissen aus jeder Gemeinde automatisierte. Dabei ist nicht nur die APA mit dem inhaltlichen und wirtschaftlichen Ergebnis zufrieden, sondern auch die Zeitungen, die die Texte kaufen. Interessant, dass sowohl die APA als auch die Stuttgarter Zeitung die automatisierten Inhalte kennzeichnen.

Corina Lingscheidt erläuterte die Strategie von news.de. Dort werden neben den Sportberichten zur 1., 2. und 3. Fussball-Liga in Deutschland auch die TV-Programmhinweise automatisiert. Die dort erzielten Werbeeinnahmen decken die Kosten nicht nur. Vielmehr ist news.de in diesem Bereich ebenfalls profitabel und will mit Roboterjournalismus weiter wachsen.

Auch Jan-Georg Plavec bestätigte, dass die Stuttgarter Zeitung (StZ) Automatisierte Inhalte erfolgreich vermarktet. Ein Beispiel ist der Sponsor der Feinstaubberichte, der Luftkurort Bad Hindelang.

Zum Ende des Panels waren sich die Teilnehmer in der Frage einig, dass gut ausgebildete Journalisten auch bei der Automatisierung von Inhalten eine wichtige und zentrale Rolle spielen – die hybride Redaktion braucht Menschen.

Soenke Schierer twitterte zur Frage nach den Menschen im Roboterjournalismus.

Saim Alkan

Saim Alkan

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